Eine (unvollständige) Erklärung queerer Begriffe
Agender (griechisches Präfix „a-“: un- oder ohne) Personen sind Personen, die kein Geschlecht haben bzw. sich keiner Geschlechtsidentität zugehörig fühlen.
Agender kann unter die Überbegriffe trans und nichtbinär fallen.
Eine Person, die sich für die Rechte von queeren Menschen einsetzt, die Community unterstützt und daran arbeitet, ihre eigene Cisheteronormativität zu untersuchen und abzubauen, aber selbst nicht Queer ist kann als „Ally“ bezeichnet werden.
Androgyn (von griechisch „anēr“: Mann und „gynē“: Frau) wird benutzt um zu beschreiben, wie sich eine Person äußerlich zeigt. Androgyne Personen können durch ihre Präsentation (Kleidung, Frisur, etc.) nicht eindeutig männlich oder weiblich eingeordnet werden.
Achtung! Das heißt nicht, dass androgyne Personen automatisch nichtbinär sind. Präsentation ≠ Geschlechtsidentität. Androgyne Personen können jede Geschlechtsidentität haben.
Aromantische (griechisches Präfix „a-“: un- oder ohne) Menschen fühlen sich gar nicht oder wenig romantisch zu anderen Personen hingezogen.
Achtung! Dies bedeutet nicht, das aromantische oder/und asexuelle Menschen keinen Sex oder romantische Beziehungen haben oder dies nicht wollen. Außerdem ist nicht jede aromantische Person gleich asexuell.
Asexuelle (griechisches Präfix „a-“: un- oder ohne) Personen fühlen sich gar nicht oder wenig sexuell zu anderen Personen hingezogen. Die Unterschiede in der körperlichen Nähe, an der eine asexuelle Person interessiert ist, können sehr groß sein.
Achtung! Dies bedeutet nicht, das aromantische oder/und asexuelle Menschen keinen Sex oder romantische Beziehungen haben oder dies nicht wollen. Außerdem ist nicht jede asexuelle Person gleich aromantisch.
Das asexuelle und aromantische Spektrum umfassen Sexualitäten / romantische Orientierungen, bei denen Menschen keine, wenig oder nur unter bestimmten Bedingungen sexuelle / romantische Anziehung spüren.
In die Spektren fallen z.B. Asexuell/-romantisch, Demisexuell/-romantisch, Graysexuell/-romantisch, und viele mehr.
Diese Abkürzung spricht Agender, Trans, Inter und Nichtbinäre Personen an und wird benutzt um Menschen anzusprechen, die von Transphobie, Interphobie und Cisnormativität betroffen sind.
Es gibt verschiedene Varianten des Akronyms. Wir benutzen ATIN, um Verwirrung zu vermeiden und weil es nicht weiblich konotiert ist.
Achtung! Es werden unterschiedliche Gruppen angesprochen, je nachdem ob man FLINTA, Frauen oder ATIN benutzt. Diese Begriffe sind nicht gleichzusetzen.
Bisexualität beschreibt Menschen, die zwei, mehr oder alle Gender sexuell attraktiv finden. Der Begriff ist auch innerhalb der Community schwer diskutiert und wird häufig mit anderen Begriffen für mehrgeschlechtliche Attraktion verglichen. Manche benutzen den Begriff, um zu beschreiben, dass sich die Attraktion zu verschiedenen Gendern unterschiedlich anfühlt, aber diese Definition ist nicht exklusiv. Historisch wurde der Begriff lange benutzt, um sexuelle Attraktion gegenüber allen Gendern zu beschreiben und wird heutzutage teilweise immer noch so genutzt. Es gibt eine gewisse Überlappung zwischen den Definitionen für Bisexualität, Pansexualität und Omnisexualität, wodurch die Orientierung teilweise auf persönliche Präferenz zurückfällt
Achtung! Auch wenn das Präfix Bi- bzw. Ambi- “zwei” bedeutet, heißt das nicht, dass Bisexualität auf zwei Gender oder Männer und Frauen beschränkt ist. Bisexualität ist nicht inhärent transfeindlich.
Das bisexuelle bzw. multisexuelle Spektrum umfasst Sexualitäten, bei denen eine Person zu mehreren bzw. allen Geschlechter Anziehung spührt.
In dieses Spektrum fallen z.B. Bisexuell, Pansexuell, Omnisexuell, etc.
Cis(geschlechtlich) (lateinisches Präfix „cis-„: Auf dieser Seite oder diesseits) ist das Gegenteil zu trans(geschlechtlich). Eine cis Person fühlt sich dem Geschlecht angehörig, welches ihr bei der Geburt zugeordnet wurde.
Eine cis Person kann sowohl intergeschlechtlich als auch endogeschlechtlich sein.
Cis- bzw. Heteronormativität beschreibt die gesellschaftliche Annahme, dass jede Person cis bzw. heterosexuell ist. Dies führt zur marginalisierung anderer Geschlechtsidentitäten und Sexualitäten.
Cisheteronormativität ist die Kombination der beiden.
Demiboy, Demigirl und Demigender (griechisches Präfix „demi-„: halb) sind Geschlechtsidentitäten, bei denen eine Person sich teilweise mit einem Geschlecht, Mann / Frau / Nichtbinär, identifiziert.
Diese Personen können sich auch teilweise mit einem anderen Geschlecht, bzw. keinem Geschlecht identifizieren.
Demisexuelle (griechisches Präfix „demi-„: halb) Personen fühlen sich erst zu einer Person hingezogen, wenn sie mit dieser eine tiefe Verbindung aufgebaut haben.
Demisexuelle / demiromantische Personen sind auf dem asexuellen / aromantischem Spektrum.
Das Präfix demi- kann vor anderen Labels benutzt werden, z.B. Demi-Bisexuell, um zusätzlich zu kommunizieren, welche Sexualität die Person hat.
Endo(geschlechtlich) (griechisches Präfix „endo-„: innen) ist das Gegenteil zu inter (geschlechtlich) und beschreibt Personen, deren Geschlechtsmerkmale der gesellschaftlichen Norm entsprechen und nach dieser eindeutig kategorisierbar sind.
Diese Abkürzung involviert “Frauen, Lesben, Inter*, Nichtbinär, Trans* und Agender” und wird häufig benutzt, um inklusiver zu Veranstaltungen einzuladen oder einen Schutzraum spezifisch für diese Minoritäten zu bilden.
Achtung! Es werden unterschiedliche Gruppen angesprochen, je nachdem ob man FLINTA, Frauen oder ATIN benutzt. Diese Begriffe sind nicht gleichzusetzen.
Graysexuelle (Englisch „gray“: Grau) Personen fühlen sich nur manchmal oder unter bestimmten Bedingungen zu einer anderen Person hingezogen.
Graysexuelle / demiromantische Personen sind auf dem asexuellen / aromantischem Spektrum.
Das Präfix gray- kann vor anderen Labels benutzt werden, z.B. Gray-Bisexuell, um zusätzlich zu kommunizieren, welche Sexualität die Person hat.
Gender beschreibt das gefühlte bzw. das soziale Geschlecht im Unterschied zum biologischen Geschlecht (engl. Sex). Bei den meisten Personen stimmt das gefühlte mit dem biologischem Geschlecht überein. So fühlt sich ein biologisch als Mann definierter Mensch auch männlich und stellt sich so in seinem sozialen Umfeld auch dar. Bei einigen Menschen gibt es Diskrepanzen zwischen ihrem Gender und dem biologischen Geschlecht und streben zum Teil an, dass ihr soziales Umfeld sie so wahrnimmt, wie sie sich fühlen. Außerdem gibt es Menschen, die sich weder „männlich“ noch „weiblich“ fühlen, sondern ein Geschlecht dazwischen, außerhalb, oder kein gefühltes Geschlecht haben.
Heterosexualität (griechisches Präfix „hetero-„: anders oder ungleich) ist die sexuelle Orientierung, bei der Romantik und sexuelles Begehren ausschließlich für Personen eines anderen Geschlechts empfunden werden. Das Adjektiv heterosexuell wird auch auf sexuelle Handlungen mit andersgeschlechtlichen Partnern angewendet, wenn die Beteiligten nicht überwiegend heterosexuell sind.
Eine intergeschlechtliche (lateinisches Präfix „inter-“: zwischen) Person ist genetisch, anatomisch, und/oder hormonell nach gesellschaftlicher Norm nicht eindeutig weiblich / männlich kategorisierbar.
In Deutschland werden viele Kinder, welche intergeschlechtlich geboren werden, schon im frühen Kindesalter operiert, damit sie einer der beiden binären Geschlechtskategorien zugeordnet werden können. Dabei sind die Personen zu jung um irgendeine Einwilligung zu erteilen.
Allerdings leiden viele intergeschlechtliche Menschen im späteren Leben unter den Folgen der Operationen und inter Aktivist*innen kämpfen seit vielen Jahren dafür, dass Operationen, welche aus rein ästhetischen Gründen an Kindern durchgeführt werden, in Deutschland verboten werden.
Das Adjektiv lesbisch bezeichnet üblicherweise homosexuelle Frauen. Die wissenschaftliche Bezeichnung „homosexuell“ wird von vielen gleichgeschlechtlich orientierten Frauen wegen der Reduktion ihrer Empfindungen auf Sexualität abgelehnt, da lesbische Lebensweise neben Sexualität auch die emotionale Zuwendung sowie den Wunsch nach partnerschaftlicher Bindung beinhaltet oder beinhalten kann. Moderne Definitionen benutzen unter anderem auch Formulierungen wie „Nicht-Männer, die Nicht-Männer lieben”, um inklusiver mit nichtbinären Identitäten umzugehen, aber diese Definitionen sind nicht exklusiv.
Achtung! Nicht alle Lesben sind Frauen. Es gibt auch nichtbinäre Menschen, die lesbisch sind.
Das Akronym kommt aus dem englischen und bezeichnet “Lesben, Schwule/Gays, Bisexuelle, Trans*, Queer/Questioning, Inter*, „Asexuelle“ und das “+” deutet an, dass auch nicht explizit genannte Identitäten und Orientierungen mit dazugehören.
Der Begriff ist innerhalb der Community leicht umstritten, da immer wieder Variationen gebildet werden, die bestimmte Identitäten oder Orientierungen ausschließen.
Monogamie (grieschisch „mónos“: allein oder einzig und „gamos“: Ehe) ist das Gegenteil von Polyamorie. Monogamie ist eine Beziehungsform, in der die beteiligten Personen nur eine*n Parter*in haben.
Der Überbegriff Nichtbinär beschreibt alle Menschen, deren Geschlechtsidentität zwischen oder außerhalb der Genderbinarität von Mann oder Frau liegt oder deren Identität nicht exklusiv mit der Binarität beschrieben werden kann. Nichtbinäre Identitäten gehören meistens unter den trans* Oberbegriff.
Achtung! Präsentation ≠ Gender. Nur weil sich eine Person androgyn oder gendernonconforming präsentiert heißt das nicht, dass diese Person unbedingt nichtbinär ist.
Menschen die sich als omnisexuell beschreiben erfahren sexuelle Anziehung gegenüber allen Geschlechtern. Der Begriff ist auch innerhalb der Community schwer diskutiert und wird häufig mit anderen Begriffen für mehrgeschlechtliche Attraktion verglichen. Manche benutzen den Begriff, um zu beschreiben, dass sich ihre Attraktion zwischen Geschlechtern unterscheidet, diese Definition ist jedoch nicht exklusiv. Es gibt eine gewisse Überlappung zwischen den Definitionen für Bisexualität, Pansexualität und Omnisexualität, wodurch die Orientierung teilweise auf persönliche Präferenz zurückfällt.
Menschen die sich als pansexuell beschreiben erfahren sexuelle Anziehung gegenüber mehr als einem Geschlecht. Der Begriff ist auch innerhalb der Community schwer diskutiert und wird häufig mit anderen Begriffen für mehrgeschlechtliche Attraktion verglichen. Manche benutzen den Begriff, um zu beschreiben, dass sich ihre Attraktion bei allen Geschlechtern gleich anfühlt oder dass sie die Anziehung unabhängig von Geschlecht verspüren, diese Definition ist jedoch nicht exklusiv. Es gibt eine gewisse Überlappung zwischen den Definitionen für Bisexualität, Pansexualität und Omnisexualität, wodurch die Orientierung teilweise auf persönliche Präferenz zurückfällt.
Achtung! Auch wenn das Präfix Pan- alle bedeutet, heißt das nicht, dass die Definition von Attraktion gegenüber allen Gendern exklusiv ist.
Polyamorie (griechisch „polýs“: viel oder mehrere und lateinisch „amor“: Liebe) ist das Gegenteil von Monogamie. Polyamorie ist eine Beziehungsform, in der die beteiligten Personen einvernehmlich mehrere Parter*innen haben können. Die Parter*innen einer Person können, müssen aber nicht, auch zusammen sein.
Polyamorie kann in mehrere Formen unterteilt werden.
Queer [‚kwɪə(ɹ)] ist ein Fremdwort aus der englischen Sprache und bezeichnet als Adjektiv Dinge, Handlungen oder Personen, die von der Norm abweichen. Ursprünglich drückte es meist eine negative Einstellung zu der Abweichung oder dem Abweichler aus (Konnotation).
Queer ist der Oberbegriff der alle sexuellen Orientierungen und Genderidentitäten beinhaltet, die nicht heterosexuell und/oder cisgender sind. Der Begriff kann als Gruppenbeschreibung benutzt werden oder als Label, um die Zugehörigkeit zu beschreiben, ohne ins Detail gehen zu müssen.
Das Wort schwul bezeichnet männliche Homosexualität und wird dennoch im Deutschen sehr oft als Synonym für homosexuell eingesetzt. Immer häufiger wird kommt es im öffentlichen Sprachgebrauch und in der Schriftsprache vor, in einigen Wörterbüchern ist es als umgangssprachlich und als Eigenbezeichnung markiert. Vor allem in der Vergangenheit wurde es auch für weibliche Homosexualität verwendet, wozu heute allerdings das Adjektiv lesbisch benutzt wird. Moderne Definitionen benutzen unter anderem auch Formulierungen wie „Nicht-Frauen, die Nicht-Frauen lieben”, um inklusiver mit nichtbinären Identitäten umzugehen, aber diese Definitionen sind nicht exklusiv.
Trans* (lateinisches Präfix „trans-„: jenseits oder hinüber) ist das Gegenteil zu cis(geschlechtlich). Eine trans Person fühlt sich nicht dem Geschlecht angehörig, welches ihr bei der Geburt zugeordnet wurde. Dabei ist es egal, ob die Person nicht mit einem binären Geschlecht identifiziert oder nicht.
Eine trans Person kann sowohl intergeschlechtlich als auch endogeschlechtlich sein.
Manche definieren Tunte als nichtbinäre, politische Variante der Drag Queen, dazu gehört unter anderem das meist übertrieben oder exzessive Darstellen eines Genders.

